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Unsere Ankunft in Jyväskylä - Elvis has left the building…
Wir sind da!
Zwei Tage, in denen der meiste Schlaf auf mäßig bequemen Stühlen in den Aufenthaltsräumen der Ostsee-Fähren zu kriegen war, hat es gedauert…
Am Montag morgen (1. August) um 4:30 Uhr morgens ging es los. Mit meinem bereits am Vortag vollgepackten kleinen Autochen Richtung Rostock um zunächst mit der (ersten) Fähre (M/S Huckleberry Finn) nach Trelleborg/Schweden überzusetzen. Gegen frühen Nachmittag waren wir dann in Schweden bereit, die 640 km nach Stockholm auf uns zu nehmen. Die Hafenarbeiter in Trelleborg waren aber anscheinend noch nicht so ohne weiteres bereit uns unseren Betten für diese Nacht entgegenfahren zu lassen. Das Entladen dauerte nämlich eine nicht zu vernachlässigende Zeit > ε. Genauer gesagt verging vom Anlegen bis zum endgültigen Herausfahren eine gute Stunde (zumindest für uns, da wir auf dem oberen Deck standen).
Dank (meistens) relativ genauer PDA-GPS-Navigation kamen wir ohne größere Zwischenfälle dann abends gegen 22:00 Uhr in unserer Jugendherberge in Stockholm an. Der Service war dort trotz des günstigen Preises klasse. Leider war die Nacht einerseits wegen der Abfahrt unserer Fähre am nächsten Morgen um 7:45 Uhr (Check-In eine Stunde vorher) und andererseits wegen 12 teilweise gut angetrunkenen Zimmergenossen aus halb Europa im 14-Bett-Zimmer doch etwas kürzer als erhofft…
Um 5:00 Uhr haben wir uns dafür standesgemäß mit zwei weckenden Handys von unseren Zimmergenossen verabschiedet und sind durch die verschlafene City von Stockholm zum Hafen Stadsgården gezuckelt.
Dort erwartete uns die sehr viel größere und komfortablere Fähre M/S Isabella, die uns mit einem kurzen Schlenker über Mariehamn nach Turku/Finnland bringen sollte.
Nach einem Frühstück an Bord haben wir uns dann einen bequemen Platz in der Cafeteria mit unmittelbarer Nähe zu Steckdosen gesucht um die Zeit etwas kurzweiliger zu gestalten.
Abends um 19:50 Uhr finnischer Ortszeit (GMT+2) hat die Fähre dann angelegt und ca. eine halbe Stunde später waren wir samt Auto auch gelandet. Die letzte Etappe hat uns dann gute 320 km über finnische Landstraßen nach Jyväskylä geführt. Vor unserem Wohnheim am Myllyjärvi hat uns dann schon unser Tutor Ari erwartet. Wir haben kurz unser Survival Kit (ein dem Namen entsprechend wirklich rudimentär ausgestattetes Package mit den nötigsten Utensilien zum überleben: 1 Teller, 1x Besteck, 1 Mini-Kissen, 1 einfache Decke, usw.) entgegengenommen und dann versucht zumindest etwas Schlaf aufzuholen.
Die Zimmer von Tino und mir liegen in einem von 5 Häuser dieses Wohnheims. Jedes Haus hat 5 Etagen und auf jeder Etage etwa 4 Wohnungen. Die Wohnungen bestehen in den allermeisten Fällen aus 3 Zimmern (also 3er WGs) und relativ großem Flur, Küche, Bad und Balkon. Im wirklich fairen Mietpreis ist u.a. inbegriffen: Zugang zu den Saunen, Internet mit fester IP, Kabelfernseher (zwar nur 12 Sender, aber was solls), Wasser, Strom, Heizung, Waschmaschinen- und Trockner-Nutzung, etc.
Einen Parkplatz für das Auto kostet 4,20 EUR zusätzlich im Monat. Der Gag ist dabei die Parkplatz-Heizung. Wenn ich es richtig verstanden habe, kann ich meinen (persönlichen) Parkplatz mit einem kleinen Schlüsselchen im Winter heizen um den Schnee wegzubruzzeln… ![]()
Gebaut wurde das Wohnheim 1978. Daher ist auch einiges nicht mehr so wirklich modern. Wenn man jedoch weiss, dass es nicht für ewig sein wird kann man schon recht gut damit leben. Einzig störend ist wirklich das echt winzige Bett, bei dem man mit jeder Bewegung befürchtet, dass es gleich bricht (und es zugleich hofft, um vielleicht an ein Neues zu kommen). Die hauchdünne Matratze trägt ihr Übriges zu einer - nunja - nicht so richtig entspannenden Nacht bei! Nach drei Nächten habe ich mich dann entschieden, die Decke und das Kissen aus dem Survival Kit durch vernünftige (gekaufte) zu ersetzen. Das macht es schonmal etwas komfortabler…
Ein paar Bilder aus der Wohnung gibt es in der Galerie.
In den nächsten Tagen ging es dann los, die wichtigsten Sachen zu erledigen (polizeilich melden, Uni-Accounts, Wohnungs-Übergabe, Prepaid-Handykarte, …). Dank Ari ging das alles recht problemlos über die Bühne.
Donnerstag morgen ging dann schon der Intensiv-Finnisch-Sprachkurs los. Alle ausländischen Studenten (Austausch-, Degree-, Postgraduate) sind in zwei (mittlerweile glaube ich sogar drei) verschiedene Kurse aufgeteilt worden. Die Gruppen umfassen jeweils ca. 20 Studenten. Dann geht aber auch schon alles Schlag auf Schlag: 4 Stunden täglich werden die Basics des Finnischen vermittelt.
Und es ist schon recht anspruchsvoll, da wirklich fast alle Wörter des täglichen Lebens neu gelernt werden müssen. Nur ganz wenige Worte können aus den uns wohl bekannteren Sprachstämmen saksa (Deutsch), ranska (Französisch) oder englanti (Englisch) übernommen werden. Aber es wird täglich etwas mehr und das Englische alleine hilft schon fast überall weiter.
Der Kurs selbst ist trotz der Informationsdichte eigentlich recht kurzweilig.
Während den Mittagspausen hat man momentan (im August) vor Beginn der eigentlichen Vorlesungszeit im September die Auswahl zwischen zwei Mensen, die jeweils bislang sehr leckeres Essen anbieten (meinem Eindruck nach besser als an den Potsdamer Mensen) und vom Preis vergleichbar sind: Ein Essen mit Studentenrabatt kostet 2,35 EUR (jedes). Für das Geld gibt es pro Essen ein freies Getränk, Wasser soviel man möchte und ebenfalls soviel Salat von der frischen(!) Salatbar und verschiedene Sorten Brot/Brötchen nach Wunsch.
Die Lebenshaltungskosten scheinen hier nach dem ersten Eindruck einer Woche etwas (nicht übermäßig) höher, als in Deutschland zu sein. Lebensmittel sind teurer, Alkohol auch (wobei bei weitem nicht so schlimm, wie in Schweden). Auswärts zu essen (auch Fastfood) ist ebenfalls relativ teuer. (Handy-)Telefonieren und die Miete hingegen sind günstiger. Der Spritpreis bewegt sich mit rund 1,25 EUR für Super/l auf einem Niveau wie zur Zeit (leider) auch in Deutschland üblich. Studentenrabatte sind ähnlich wie in Deutschland üblich (z.B. kostenloses Bankkonto).
Weiterhin geht hier unheimlich viel mit einer Kreditkarte. Das ist sehr, sehr angenehm. Auch kleinste Beträge kann man problemlos mit der Karte zahlen. Ich zahle z.B. jeden Tag mein Essen in der Uni-Mensa mit der Kreditkarte. Wer fuchtelt schon gerne mit Papier oder gar Metall herum, wenn es Plastik auch tut!
Am ersten Wochenende war direkt die diesjährige Finnland Rally in Jyväskylä als zentralem Austragungsort zu Gast. Das bedeutet: viel Trubel, schnelle Autos, betrunkene Finnen, volle Clubs & Bars, höhere Preise und teilweise etwas regnerisches Wetter, welches das Zuschauen leider erschwert hat.
Dennoch haben wir am Samstag mit einigen anderen Erasmus-Studenten das Service-Lager mitten in Jyväskylä besucht. Es gab allerhand Trubel, Pitstops von schnellen Autos, besoffene Finnen, usw. zu begutachten. Aber es hat sich in jedem Fall gelohnt und das Wetter war auch ganz gut.
Sonntag morgen wollten wir eigentlich zu einer der letzten Wertungsprüfungen ein paar Kilometer ins Umland der Stadt fahren, was sich aber aufgrund des schlechten Wetters erübrigt hat. Schade, denn die eigentliche Rally-Action hat zumindest mir etwas gefehlt. Aber die nächste Rally (wo auch immer) kommt bestimmt…
Als wir am Wochenende in die Stadt fahren wollten und mangels eines Fahrrads auf den Bus angewiesen waren (bis heute ;)) sind wir leider darauf ‘reingefallen, dass die Busse auch am Wochenende in der Sommerzeit nur bis 22:45 Uhr fahren. Keiner wusste es.
Als wir dann nach einer Stunde an der Bushaltestelle (ohne Fahrpläne) beschlossen habe, dass kein Bus mehr kommt war der letzte Ausweg die Bar direkt um die Ecke: Charly’s Pub. Man kann es sich als etwas heruntergekommenen Karaoke-Schuppen für die etwas hoffnungslosen Fälle (siehe rechts) vorstellen. Klingt fies - ist aber so.
Kurzum: lustiges Erlebnis, aber nicht unbedingt so schnell zu wiederholen (Bilder gibts in der Galerie)…
Im übrigen scheinen wir “Glück” gehabt zu haben. Mittlerweile (2-3 Tage später) wurden nämlich die Schilder von dem Gebäude, die zuvor “Charly’s Pub” als Karaoke-Bar angepriesen haben durch Pizzerien-Schilder ausgetauscht!
In den nächsten Wochen ist noch einiges an Programm für die Erasmus-Studenten geplant. Es gibt ein paar (Tages-)Ausflüge und andere Events. Diesen Samstag geht es auf eine Tour nach Ähtäri & Tuuri, der ältesten Kirche von Finnland in Petäjävesi und ein paar anderen Stationen. Das wird bestimmt auch ganz interessant. Zumal die ganzen anderen Studis auch dabei sein werden.
Weiter geht es dann mit Sauna-Grill-Abenden, Filmabenden usw… Und dann im September sind auch schon alle anderen Austausch- und Nicht-Austausch-Studenten (wieder) da, mit denen dann unter Garantie noch das ein oder andere (Erasmus-)Event starten wird.
Hei, hei…
P.S.: In der Galerie findet ihr noch jede Menge andere Bilder (falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte!)
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