Ab in den Süden: Tasmanien, Phillip Island & Melbourne
Vorletzten Samstag ging es früh morgens los in den (kalten) Sueden. Bei dem lokalen Discounter hatte ich mich zuvor extra noch mit billigen aber dafür warmen Klamotten eingedeckt.
Am Flughafen hatten wir dann allerdings zum ersten mal Pech mit einem Flieger von Virgin Blue: 1 Stunde Verspätung - und das bei dem engen Zeitplan. So hatte mein Reiseführer uns doch wortwörtlich gewarnt (siehe Foto):
Behandeln Sie Tasmanien nicht als 3-tägiges Anhängsel Ihrer Australien-Reise!
Aber da man es ja besser weiss, stand der Plan schon seit Wochen fest: 3 Tage Tasmanien (komplette Route), 1 Tag Phillip Island (Pinguin-Insel) und 1 Tag Melbourne. Da konnte auch der roteste Hinweis im Reiseführer nichts mehr dran rütteln (und natürlich erst recht keine noch rotere Airline)…
In Hobart angekommen haben wir direkt am Flughafen unseren Mietwagen (Mitsubishi ES380 mit 3,8l V6) für die kommenden drei Tage abgeholt und sind Richtung Innen”stadt” sowie der nahe gelegenen Berge Mt Nelson und Mt Wellington gefahren. Die ersten Stunden waren noch mit ein ganz paar leichten Schauern durchzogen. Aber am späten Nachmittag kamen blaue Flecken zum Vorschein. In Hobart haben wir eine Tour durch die Stadt gemacht und unter anderem die Salamanca-Märkte besucht auf denen wir auch zwei leckere aber - zu Fabi’s Unglück - Rosinen-lastige Kuchen für die weitere Reise eingeladen haben.
Und ja, ich habe mir neue Schuhe gekauft! Die blauen Sneaker waren im ersten Schauer noch auf dem Flughafen schon so durchnässt, dass ich in Hobart ein schickes Paar wandertauglicher Schuhe im 75%-off Sale erstanden habe. Die Entsorgung der Schuhe folgte nicht undokumentiert im Mülleimer direkt vor dem Schuhladen…
Bevor wir noch am selben Abend Richtung Norden losgefahren sind, sind wir auf den Gipfel des Mount Wellington (1271 m) gefahren. Dort lag sogar noch Schnee. Also habe ich’s tatsächlich geschafft, Schnee in Australien zu sehen und zu fühlen…
Der Weg über den Highway war in der Dunkelheit teilweise doch interessant. Man ist über lange Strecken keiner Menschenseele begegnet. Wallabies, Opossums und anderes Getier gab es allerdings sowohl lebend als auch geplättet in Massen. Verglichen mit anderen australischen Highways war die Wilddichte extrem hoch!
Übernachtet haben wir dann in Derwent Bridge. Dort haben wir in einem Art grossen Baucontainer, der “ausgebaut” war zu einzelnen Kabinen mit Bett, Tisch, Heater(!) und sonst nicht viel. Komfortabel ist etwas anderes, aber dafür dass bei allen ausser einer Kabine die Heater funktioniert haben war es eine akzeptable Unterkunft (meine war nicht kaputt…
).
Morgens mussten wir dann den Hotelbesitzer aus dem Bett klingeln um auszuchecken und unsere Deposit wiederzubekommen. Aber dafür war der Weg zum ersten Nationalpark (Lake St Clair NP) nicht weit: in 5 Minuten waren wir schon da. Und das Beste: wir hatten strahlend blauen Himmel über Tasmanien! ![]()
Im Nationalpark ergab sich ein beeindruckendes Bild: ein halb im Nebel versunkener See mit gletscherbedeckten Bergen im Hintergrund. Ausser sie zu beschreiben, sind diese Bilder noch schwieriger adäquat zu fotografieren. Dennoch gibt es einige Bilder vom See und dem Walk weiter unten…
Übrigens muss man sich in den tasmanischen Nationalparks in der Regel für die Walks registrieren und hinterher auch wieder austragen, damit im Zweifelsfall bekannt ist, wer sich irgendwo verlaufen hat. So etwas wie Handynetzabdeckung ist nämlich ausser in Hobart ein Fremdwort. In 3 Tagen hatten wir nur ein paar Stunden Netz.
Für den ersten Nationalpark hatten sich am Tag zuvor genau 2 und am vorletzten Tag überhaupt keine Besucher eingetragen. Mit uns 5 hat es also vermutlich für einen neuen Wochenbesucherrekord gereicht…
Wir sind dann am selben Tag weitergefahren zum Cradle Mountains National Park. Auf dem Weg sind durch Queenstown gefahren um zu tanken. Das war nach einigen hundert Kilometern so ziemlich die erste Tankstelle seit Hobart (mit astronomischen Literpreisen). Auch sind wir an einem unglaublichen See (Lake Burbury) vorbeigekommen, der ein komplettes Spiegelbild des ohnehin schon tollen Panoramas gezeigt hat (siehe Foto).
Angekommen im Park sind wir auf einen Walk zum Lake Dove aufgebrochen. Im direkten Vergleich war der Lake St Clair allerdings schon der schönere von beiden.
Im Dunkeln standen wieder ein paar hundert Kilometer bis nach Coles Bay an. Dort erwartete uns schon ein Briefumschlag mit Schlüssel drin für die Tür zu unserem ersten privaten YHA! Wir waren an dem Abend wirklich die Einzigen in dem Hostel und hatten alles für uns alleine: Winter in Tasmanien eben…
Am nächsten Morgen ging es dann in den Freycinet National Park, genauer zur Wineglass Bay. Ein mittellanger Walk führte uns zuerst zu einem Lookout auf die idyllische Bucht und dann zum Strand selbst. Wenn man die Bucht sieht und sich die Temperatur wegdenkt könnte sie dank dem kristallklaren Wasser problemlos auch in den wärmeren Regionen der Südsee liegen.
Nach dem Mittagessen am Leuchtturm haben wir noch ein tolles Photo-Stitch 360°-Panorama gemacht:
Die letzte Etappe ging dann nach Port Arthur, wo wir schon im Dunkeln eine Ghost-Tour mitgemacht haben. Port Arthur sind Ruinen eines alten Gefängnisses für die schlimmen Fälle. Abends gibt es Guides, die im Laternenschein durch die Ruinen führen und teilweise lustige, teilweise gruselige Geistergeschichten erzählen die anderen Leuten (angeblich) tatsächlich widerfahren sein sollen. Es war jedenfalls sehr unterhaltsam und kurzweilig - auch wenn man mit einem nicht ganz so mystischen Weltbild ausgestattet ist.
Die letzte Nacht vor dem Flug nach Melbourne sind wir dann in einem Caravan Park in Seven Mile Beach untergekommen. Das liegt direkt am Flughafen Hobart und wir hatten dort eine Cabin, was einer Art Wohncontainer für eine Familie gleichkommt. Im Gegensatz zu den letzten Containern war dieser allerdings sehr komfortabel. Mit Fernseher, Klimaanlage/Heizung, vollwertiger Küche, Dusche und 6 Betten war alles da was man brauchte. Und für AU-$130,- auch alles andere als teuer…
Hier ist nun eine Auswahl aus ca. 3500 Tasmanien-Fotos mit 6 Kameras über 3 Tage.
Ich dachte ich sag’s vorher: Die Verletzung an meinem Kinn kommt von keiner Schlägerei, sondern von einem Sprung in einen Pool von dem ich besser hätte wissen sollen wie tief er wirklich ist…
Der Flug von Hobart nach Melbourne ging am frühen Dienstagmorgen dann problemlos über die Bühne. Mit einem frischen Mietwagen (Toyota Camry) ausgestattet haben wir uns schließlich aus Melbourne herausgekämpft und sind die ca. 150km nach Phillip Island aufgebrochen. Die Insel ist insbesondere für zwei Sachen bekannt: die Moto-GP Grand Prix-Rennstrecke und kleine süße Pinguine. Da es für Motorradrennen gerade zu kalt ist und die anderen Mitreisenden ohnehin für Motorsport nur bedingt zu begeistern sind, haben wir uns auf die Pinguine konzentriert.
Die nette Insel hatte aber auch noch ein paar andere Dinge zu bieten: Zum einen eine kleine angeschlossene Insel (Churchill Island), die über die komplette Fläche eine traditionelle Farm beherbergt. Dann einen schönen Walk zum Cape Woolamai. Weiter gibt es auf der Insel einen Tierpark mit Koalas und eine sehr moderne Beobachtungsstation für Seehunde (Nobbies). Bei letzterer konnte man eine Kamera fernsteuern, die auf einer etwa 1,5km vorgelagerten Insel installiert ist. Die kleine Insel ist voll mit Seehunden und man kann sich das Geschehen auf einem großen Flachbildschirm ansehen. Ganz nett, aber nicht so cool wie mit einem Fernglas wenn ihr mich fragt…
Die Pinguine als Hauptattraktion haben sich dann nach Einbruch der Dunkelheit blicken lassen. Man kann die putzigen kleinen Tierchen von einem Boardwalk aus beoabachten, wie sie in Gruppen von 20-30 Pinguinen an Land kommen, über den Strand watscheln und sich dann in ihre Höhlen verziehen, davor stehen bleiben, verzweifelt nach der richtigen Höhle suchen oder sich im Eingang irren. Gerade letzteres ist recht weit hörbar… ![]()
Was jedoch leider nicht möglich ist: Fotografieren. Alle 10m steht ein Ranger, der pingeligst genau darauf achtet, dass man auch ja keine Cam zückt. Nicht einmal mit ausgeschaltetem Blitz ist es erlaubt. Das ist leider etwas schade…
Nichtsdestotrotz gibt es hier ein paar Bilder vom Tag auf Phillip Island:
Der letzte Tag hat uns dann zurück in die Zivilisation geführt: Es gab eine Stadttour durch Australiens zweitgrößte Stadt Melbourne. Nach Übernachtung im Metro YHA Melbourne sind wir morgens Richtung City los. Auf dem Plan standen unter anderem eine Runde um den Stadtkern mit der City Circle Tram, ein Besuch im Old Treasury Building mit einer Ausstellung über die Stadtgeschichte mit Schwerpunkt auf der Zeit des Goldrausches um 1850, Schlendern über die Bourke St Mall, und durch Chinatown.
Besonders herauszuheben ist dann noch der Besuch der (kostenlosen!) Führung durch Victoria’s State Parliament House (Landesparlament) von unserer Führerin Lee! Die gesamte Führung war extrem kurzweilig dank äußerst trockenem Humor und beinahe sarkastischen Kommentaren zu historischen und aktuellen politischen Vorgängen die in Verbindung mit dem Parlament und Politik im Allgemeinen stehen. Prädikat: Absolut empfehlenswert!
Dann haben wir noch eine Ausstellung mit dem Titel “Pixar: 20 Years of Animation” im Australian Centre for the Moving Image besucht. Auch wenn das nicht unbedingt typisch australisch ist, war es super-interessant einmal zu sehen wie ein moderner Animationsfilm entsteht und das Kunst immernoch vor der Computertechnik steht…
Den Sonnenuntergang haben wir schließlich über den Dächern Melbournes auf dem Eureka Skydeck bestaunt. Ähnlich wie in Surfers Paradise kann man in Melbourne Southbank in den 88. Stock eines Hochhauses fahren und ein 360° Panorama genießen.
Noch am Abend ging es dann für Fabian und mich wieder zurück nach Brisbane während Alex, Glenn, Max und Krissi mit dem Mietwagen noch bis Ende derselben Woche auf der Great Ocean Road bis nach Adelaide gefahren sind.
Und sonst…?
In der Zwischenzeit war ich noch für eine Tagestour im Lamington National Park. Dazu folgt sicher noch ein kleiner Blogeintrag.
Morgen früh geht es dann für Fabi, mich und Georg für 7 Tage ins Paradies nach Fiji. Habe mir extra neue Flipflops gekauft, die nur darauf warten den Sand der vielen kleinen korallenumringten Inselchen zu spüren…
Gemeinsam mit der Bundesliga bricht auch gerade die neue Sandkastensaison an! Ich kann jedem, der es noch nicht kennt nur ans Herz legen, sich die Sandkastenliga einmal zu Gemüte zu führen.
Es gibt eine ganze Reihe neuer Sachen für diese Saison. Das Wichtigste: Der Sandkastenpokal - einen Pokalwettbewerb zwischen den Mannschaften über alle Ligen hinweg (bis zur Oberliga). Das verspricht in jedem Fall Spannung…
Nachdem meine Fotogalerien nun einen ansehnlichen Umfang erlangt haben, habe ich für euch ein Zufallsbild-Widget in die Sidebar hinzugefügt, das sich sogar per Ajax neu laden lässt.
Für die Geeks unter euch: ich verwende eine XSLT-Transformation um aus dem Picasa XML Code einen standardkonformen RSS-Feed (Beispiel-Feed für das Ayers Rock-Album) zu generieren. Das Sidebar-Widget basiert auf einer modifizierten Version des Picasa Web Album Widgets, die auch um jQuery-basierte Ajax-Reloads erweitert wurde.








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