Aloha Nordhalbkugel: 10 Tage auf Hawaii
Der Abschied von Australien vor 5 Wochen fiel uns allen (Alex, Uwe, Gero, Fabi und mir) ein wenig leichter wenn wir uns das unmittelbare Ziel vor Augen geführt haben: Hawaii. Nach 7 Stunden Flug vom Frühling in den Herbst sind wir in Honolulu gelandet.
Hawaii besteht aus 8 größeren Inseln. Honolulu befindet sich auf Oahu. Wir haben in unseren 10 Tagen dort insgesamt die folgenden 3 Inseln besucht: Big Island (Hawaii), Maui und Oahu.
Direkt nach der Ankunft sind wir auf den nächsten Flieger Richtung Big Island gesprungen, wo wir knapp 3 Tage geblieben sind. Das ist die größte Insel Hawaiis, die eine Reihe noch aktiver Vulkane beheimatet. Von unserer Homebase in Hilo haben wir verschiedene Trips mit unserem Mietwagen unternommen. Zuerst ging es in den Volcanoes National Park - dem bekanntesten Touristenziel dieser Insel. Seit ein paar Wochen gibt es einen aktiven Lavastrom, den man allerdings zu Fuß leider nicht besichtigen konnte. Wir wollten eine Helikoptertour buchen, haben es aber zeitlich leider nicht unterbekommen. Dennoch kann man jede Menge Krater, dampfende Spalten, erstarrte Lavaflüsse und Lavatubes (unterirdische Kanäle für Lava) besichtigen. Nachts haben wir vom Highway auch ein riesiges Glühen vom Lavastrom sehen können. Es hat den gesamten Himmel indirekt sehr eindrucksvoll rot gefärbt.
Anschließend ging es zum Sonnenuntergang an den South Point - dem südlichsten Punkt der USA.
Außerdem haben wir eine Tour zum Black Sandy Beach im Waimanu Valley (Norden der Insel) unternommen. Nach einem recht steilen Abstieg über ein paar Meilen musste noch ein mittelgroßer (ca. 25m breit) aber flacher Fluss zu Fuß durchwatet werden bis man am superfeinen schwarzen Sandstrand angekommen ist. Meiner Meinung nach war das der schönste Strand auf ganz Hawaii.
Auch sehr sehenswert ist der höchste Berg/Vulkan von Hawaii (Mauna Kea) im Zentrum der Insel auf dessen Spitze (4.214 m) sich eine Reihe von Observationsteleskopen befindet. Von dem Berg sind wir mit unserem 2-Tonnen-Gefährt (Chrysler 300) im Neutral-Gang über 30 Meilen herunter nach Hilo zurückgerollt ohne ein einziges Mal Gas zu geben und wurden trotzdem nicht überholt. Das ist Sprit sparen mit einem amerikanischen 3,5-Liter-V6.
Schließlich sind wir mit einer Propellermaschine (Island Air) von Big Island nach Kahului auf Maui geflogen. Mit unserem neuen Mietwagen (Dodge Magnum) sind wir zuerst ins Hostel (Banana Bungalow) aufgebrochen um unser Gepäck abzuladen. Am Nachmittag haben wir uns einer kostenlos organisierten Tour zur Westseite der Insel angeschlossen. Es ging Schnorcheln und Beachvolleyball spielen am Kaanapali Beach bei Lahaina. Dort gab es sogar ein paar Meeresschildkröten die mit den Schnorchlern getaucht sind.
Der nächste Tag hat uns zuerst an den Wailea Beach geführt und dann später auf den Hana Coast Drive. Für letzteren gab es ene Audio-CD, die sämtliche Sachen unterwegs (vom Fruchtstand über geschichtliche Details bis hin zu konkreten Empfehlungen für Walks) auf nette Art und Weise erklärt hat. Der Drive selbst war ca. 50 Meilen lang über eine sehr schöne alte Küstenstraße mit jeder Menge Kurven und Serpentinen.
Wie immer war die Zeit mal wieder viel zu knapp. Man könnte vermutlich Wochen auf jeder Insel verbringen ohne alles gesehen zu haben.
Dafür gab es am letzten Tag auf Maui ein besonderes Schmankerl: eine 3-stündige Quad-Tour. In den USA heißen Quads “ATVs” (”All Terrain Vehicles”). Das war wirklich eins der Highlights. Bis wir richtig eingesaut waren sind wir über Stock, Stein und durch Matschlöcher gefahren. Bevor wir dann so dreckig in den Flieger Richtung Honolulu (Oahu) gestiegen sind, ging es noch auf den zentralen Berg der Insel (Haleakala).
Der Abflug von Kahului hat sich als ein wenig pikant herausgestellt. Wir waren knapp (aber nicht zu knapp) ca. 60 Minuten vor Abflug am Check-In Schalter. Die Schlange war riesig lang und hat sich kaum vorwärts bewegt. Als wir dann knapp 35 Minute vor Abflug etwas nervös wurden hat uns eine offizielle Flughafenmitarbeiterin empfohlen, einem unabhängigen Gepäckträger ein Trinkgeld zu geben, damit er uns bevorzugt behandelt. Der hat Connections zu den Airlines und hat das dann geregelt. Es bestand definitiv keine andere Möglichkeit rechtzeitig auf unseren Flug zu kommen außer einen Gepäckträger zu schmieren. Verrückt und krass: Russische Verhältnisse in Amerika.
Angekommen in Honolulu ging ein weiteres kleines Chaos erst bei der Gepäckausgabe und dann bei der Autovermietung los. Unsere gesamten 10 Gepäckstücke waren natürlich nicht mit auf unserem Flieger. Der Wagen, den wir bekommen sollten, wollte seinen Kofferraum partout nicht öffnen, so dass wir nach einiger Wartezeit ein Upgrade auf einen Chrysler 300 (Luxury-Klasse) bekommen haben. Mit dem neuen Wagen haben wir das inzwischen mit dem nächsten Flieger angekommene Gepäck dann direkt mitgenommen.
Ausgehend von unserem Hotel am Waikiki Beach ging es an den folgenden Tagen zu verschiedenen Orten auf Oahu. Angefangen haben wir mit Pearl Harbour. Dort wird dem patriotischen und waffenbegeisterten US-Bürger genauso wie dem Touristen aus Übersee eine Reihe von historischen Details über den Angriff auf eben diesen Hafen vor Augen geführt. Ein zu besichtigendes Schlachtschiff (USS Missouri) und U-Boot vervollständigen das Bild.
Zudem gibt es eine ganze weitere Armada von Militärstützpunkten auf der Insel. Einen Stützpunkt der Marines haben wir besucht, weil an einem Wochenende eine öffentliche Kunstflugshow dort veranstaltet wurde. Die Flugmanöver der einzelnen (zum größten Teil zivilen) Piloten waren schon sehr nett und unterhaltsam. Allerdings wurden auf dem Gelände natürlich eine riesige Werbung für das US-Militär veranstaltet. Bei dem Familien-Event mit kleinen Kindern standen die MGs demonstrativ auf dem Boden und jeder der wollte konnte sich dran setzen…
Natürlich hat die Insel viel mehr zu bieten als nur US-Militärs. Der Northshore ist das Surferparadies der Welt und dementsprechend gibt es dort schöne Strände und Wellen. Auch gibt es dort den legendären Shrimp Van - einen abgewrackten Van der nur drei Gerichte verkauft: frische Riesen-Scampis mit drei verschiedenen Saucen. Die beliebtest ist purer Knoblauch. Mit dem Cabrio vorbeigefahren riecht man den Van in 30m Umkreis bei der Vorbeifahrt (kein Witz!).
Die Hanauma Bay ist ein zur Meeresseite halb geöffneter Krater, der mit Wasser gefüllt ist. Dort kann man hervorragend schnorcheln. Jedoch sind auch hier (ähnlich wie auf Fiji) viele Korallen bereits tot. Schöne Fische und Schildkröten gibt es aber trotzdem (noch)…
Abschließend war Hawaii ein ziemlich cooles Erlebnis. Zeit war wie immer der limitierende Faktor. Dennoch muss noch einmal gesagt sein, dass Hawaii keinesfalls das unberührte Inselparadies ist, was man durchaus glauben könnte. Alle von uns besuchten Inseln sind merklich industrialisiert und die Tourismus-Branche ist ausnahmslos überall merkbar(!) vertreten.
Wer die tropische Insel-Idylle sucht, der sollte definitiv nach Fiji statt nach Hawaii fliegen. Dennoch hat natürlich auch eine Inselgruppe mit 12 Monaten Sommer und Palmen sowie allen Annehmlichkeiten einer modernen Großstadt seine Reize. Die USA sind halt (in vielerlei Hinsicht) kein Entwicklungsland - anders als Fiji.









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