Offroad-Safari im Kakadu National Park: Bushcamping zwischen Krokos
Letzte Woche habe ich meine letzten Urlaubstage für einen 4-Tages-Trip in den Norden Australiens genutzt. Zusammen mit Fabian, Tobi & Gero ging es per Flugzeug nach Darwin und von dort in einem gemieteten Jeep in den Kakadu National Park. Der Park ist beinahe halb so groß wie die Schweiz und hat eine Menge zu bieten…
Da wir das ultimative Bushcamping-Erlebnis wollten, haben wir uns einen relativ teuren aber dafür hervorragend ausgestatteten “Outback Camper Plus” bei Australian 4WD Hire gemietet (Toyota Landcruiser, zuschaltbarer Allradantrieb, Schnorchel, 4,2l Diesel ohne Turbo). Insbesondere das Zelt auf dem Dach war ziemlich gut. In nur 2 Minuten aufgebaut hatten 4 Leute einen Schlafplatz: 2 auf dem Dach und 2 im integrierten Vorzelt. Ansonsten hatten wir eigentlich fast alles, was man sonst für 4 Tage Camping weit ab der Zivilisation benötigt: Kompressorkühlbox, Gaskocher, Campingtisch samt -stühlen, Luftmatratzen mit elektrischer Pumpe, Geschirr, etc.. Bei 34°C im Schatten war auch die Klimaanlage echt Gold wert.
Am ersten Tag haben wir als erstes dem Red Lily und Alligator Billabong einen Besuch abgestattet um den Allradantrieb zu testen. Der Haupt-Highway im Kakadu ist asphaltiert und man braucht nicht zwangsläufig einen Jeep dafür. Einige der sehenswerten Stellen sind aber nur über teils sehr lange Allradstrecken zu erreichen. Nach einem Frühstück am Billabong ging es weiter zu den Mamukala Wetlands. Dort auf einen 3km Walk, der an den von Magpie-Gänsen vollgestopften Sümpfen entlang geführt hat.
Da man aufgrund von Krokodilen beinahe überall nicht baden darf, wir uns aber abkühlen wollten sind wir anschließend in den Pool bei Jabiru gesprungen. Jabiru lag auf dem Weg nach Ubirr, wo wir zunächst die Höhlenmalereien der Aborigines und dann den Sonnenuntergang mit einem Wahnsinns-Ausblick über die Wetlands angeschaut haben.
Am ersten Campground (Merl) haben wir dann unsere Steaks auf den stark angerosteten Grill geworfen. Entsprechend eisenhaltig war auch die Kruste… ![]()
Das Camping kostet im Prinzip überall im Park das Gleiche: $5,40 pro Person und Nacht. Das ist ziemlich fair, denn man bekommt auch noch die Benutzung von rustikalen Toiletten/Duschen sowie Mülleimern dafür. Außerdem zahlt man keine Eintrittsgebühr für den Park selbst.
Der nächste Tag war komplett für die Jim Jim und Twin Falls reserviert. Die Wasserfälle gehören zu den größten Attraktionen des Parks. Um dort hin zu gelangen muss man 60km unbefestigte Straße und Offroad-Strecke fahren (und auch wieder 60km zurück
). Größtes Highlight ist die Flussdurchfahrt durch einen Fluss, der etwa 10m breit und 1,20m tief ist. Unser vorderes Nummernschild hat uns die zweite Durchfahrt leider etwas übel genommen und hing seitdem nur noch sehr locker an einer Seite an der Stoßstange…
Die Wasserfälle selbst führten aufgrund der Trockenzeit (Dry Season) leider nur sehr sehr wenig Wasser. Beim Bassin des Jim Jim Wasserfalls hatten wir dann aufgrund des schwierigen Zugangs über viele Felsen vertrauen darin, dass dort keine Krokodile vorhanden sind. Also sind wir eine Runde durch den Plunge Pool geschwommen. Allgemein sind die meisten touristischen Wasserstellen “Crocodile Management Zones”. Das heisst, die Ranger nehmen ein Krokodil aus dem Wasser, falls eins gesichtet wird. Niemand garantiert aber, dass es wirklich keine Crocs dort gibt. Außer auf dem River-Cruise am dritten Tag haben wir in den Seen und Flüssen aber kein einziges wildes Krokodil gesehen. Dennoch erwischt es etwa alle anderthalb Jahre einen Touristen, wenn man den Rangern glaubt.
Von den Jim Jim Falls sind wir dann zu den nahe gelegenen Twin Falls aufgebrochen. Dort lässt man sich mit einem kleinen Boot zu mehreren verbundenen Wasserbecken durch einen Canyon fahren. Dann muss man noch über eine Menge Felsen klettern bis man die Falls (von unten) sehen kann.
Auf der zweiten Campsite (Mardugal) hatten wir uns mit Astrid und Jessica verabredet, die wir schon in Darwin getroffen hatten. Astrid kennen Fabi und ich von unserer Segeltour auf den Whitsundays. Es ist immer super, andere Backpacker einmal mehr in einem ganz anderen Teil des Landes wiederzutreffen… ![]()
Die Mädels hatten keinen 4WD und waren daher mehr oder weniger an die befestigten Straßen gebunden. Touren haben wir deshalb nur eine einzige am nächsten morgen gemeinsam unternommen. Da ging es zum Nourlangie Rock um weitere Höhlenmalereien zu bestaunen.
Noch vor dem gemeinsamen Trip haben wir aber noch den bereits angesprochenen Rivercruise bei Yellow Water gemacht. Das war die erste Fahrt des Tages um 6:45 Uhr. Um die Zeit erwacht gerade die gesamte Tierwelt und man kann laut Empfehlung mehr sehen als bei den späteren Touren. Die Bootsfahrt ist leider auch um diese Zeit sehr stark besucht. Dennoch bekommt man einen außergewöhnlichen Blick auf wilde Krokodile (Freshies & Salties), jede Menge Vögel (Seeadler, Kormorane, Kingfisher, Magpies, etc.) und weite Sumpfgebiete. Gerade die Crocs sind sehr beeindruckend…
Anschließend sind wir weiter in Richtung des Maguk Waterholes gefahren. Auf dem Weg dorthin hatten wir noch die Abfahrt des sonst auf allen Karten nicht verzeichneten Graveside Gorge (Bilkbilkmi) gesucht und auch dank vorab recherchierter GPS-Koordinaten gefunden. Allerdings war die Einfahrt leider zu diesem Zeitpunkt gesperrt. Man findet so gut wie keinerlei Fotos vom Graveside Gorge im Internet. Falls jemand einmal etwas darüber erfährt, wäre ein Kommentar auf diesen Post nett. ![]()
Nach weiteren 12km über unbefestigte rote Wege, gesäumt von tausenden riesigen Termitenhügeln und ein paar Kilometern Felsenklettern sind wir dann wieder beim Wasserfall schwimmen gegangen.
Am Abend sind wir dann noch weiter zu den Gunlom Falls gefahren, wo wir auch übernachtet haben. Dort kann man die Klippen heraufklettern, von denen der Wasserfall herunterkommt. Oben gibt es drei Wasserbecken, in denen sich das Wasser sammelt bevor es etwa 100m herunterprasselt. In diesen Pools kann man hervorragend planschen und und das Wasser stauen (gell, Fabi
). Dort haben wir auch Bekanntschaft mit einer etwa 40cm langen Echse gemacht, die ebenfalls ein Bad genommen hat. aber ansonsten wohl harmlos war.
Auf dem Rückweg aus dem Kakadu sind wir dann noch im Litchfield National Park vorbeigefahren. Dort war jedoch nur noch Zeit für die Lost City, einer reihe ziemlich interessant geformter Felsgruppierungen.
Abschließend ist vielleicht noch interessant, dass wir zu viert insgesamt mehr als 60l Trinkwasser über 4 Tage verbraucht haben. Die Temperaturen sind wirklich sehr extrem. Dass Kakadu näher am Äquator liegt als Fiji merkt man deutlich. Üblicherweise vertrage ich Hitze ziemlich gut. Die 2 Stunden-Walks nahezu ohne Schatten waren jedoch die Grenze dessen, was ich mir dort zum Ende der Trockenzeit zutraue. Pro Stunde in der Sonne trinkt man üblicherweise 1 bis 1,5l Wasser…
Und sonst…?
Heute habe ich meine Abschlusspräsentation bei SAP gegeben, der Pagecount der Masterarbeit steht zur Zeit bei 92, Freitag gibt es ein Riesen-Abschieds-BBQ bei mir und Sonntag geht es ab Richtung Hawaii…
So schnell können 6 Monate umgehen! ![]()







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